Uwe Böhm


Begrenzen uns die Geschlechterbinarität und die Heteronormativität nicht jeden Tag? Führen uns auf falsche Fährten und Einschätzungen? Steckt unser Gegenüber viel zu früh in Schubladen, die blockieren, die Wahrheit außerhalb von Kategorisierungen zu sehen und zu begreifen? Wer oder was sagt uns, außer der Person selbst, wenn wir sie fragen, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlt? Zu begreifen, welche Erfahrungen die Person bereits gemacht hat, was sie geprägt, wen sie gefühlt hat, nach wem und nach was sie sich sehnt, sollte Grund der Untersuchung im bildlichen Kontext sein. Das Sprengen von festen Grenzen und das damit verbundene Lösen von gesellschaftlichen Normen sollte Diversität ermöglichen, Konventionen entgegenwirken und uns somit einen neuen Weg bereiten für ein Spektrum an Perspektiven.

 

Aus diesem Grund greife ich das Thema der Identitätsgrenzen in meinen Bildern auf. Insbesondere das Gesicht steht für ein eindeutiges Identitätsmerkmal, welches vermeintlich Rückschlüsse auf Person, Geschlecht, Sexualität und Ethnie zu liefern vermag. Wer wir sind, wie wir uns fühlen, wen wir lieben oder woher wir kommen soll angesichts eines Ausschnittes verdeutlicht sein? Stehen nicht unsere Hände metaphorisch für all diese Kriterien und sollten wir nicht genau aus diesem Grund diese in den Fokus nehmen?

 

Lasst uns gemeinsam Grenzen sprengen, neue Perspektiven entwickeln, den Blick weiten für das eigentlich Wichtige. Es liegt in unserer Hand.