Uwe Böhm


Identitätsgrenzen


Die Arbeiten Uwe Böhms wollen als Beitrag zu einem Nachdenken über Identitätsannahmen und Identitätsgrenzen verstanden sein. Er hinterfragt unsere Neigung, vom Gesicht einer Person auf deren geschlechtliche und ethnische Identität zu schließen, weil es sich dabei nur um einen Ausschnitt handelt. Er bietet statt dessen einen Blick auf die Hand dieser Person an, weil er die Hände nicht als Ausschnitt, sondern als Metapher des Menschen ansieht. Indem die Hände weniger gewisse Zuschreibungen erlauben als das Gesicht einer Person, eröffnet sich hierdurch die Möglichkeit, Identitäten ins Ungewisse zu verlagern.

 

„Begrenzen uns die Geschlechterbinarität und die Heteronormativität nicht jeden Tag? Führen uns auf falsche Fährten und Einschätzungen? Steckt unser Gegenüber viel zu früh in Schubladen, die blockieren, die Wahrheit außerhalb von Kategorisierungen zu sehen und zu begreifen? Wer oder was sagt uns, außer der Person selbst, wenn wir sie fragen, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlt?“ (Uwe Böhm).

 

Uwe Böhm zielt damit auf das Sprengen fester Grenzen und das Überwinden von Gewißheiten. Er will dadurch Konventionen entgegenwirken und die Perspektive erweitern. Er möchte den Blick weiten für das eigentlich Wichtige, indem er das, was wir über eine Person zu wissen glauben, für ungültig erklärt.