Sabine Bungert


Wilde Orte


In diesem Fall ist der Grenzgang wörtlich zu nehmen. Immer mehr Straßen, Dämme oder Zäune durchschneiden Naturräume. Ich beschäftige mich mit einer Wildnis, die inmitten von Städten und Besiedelungen liegt, entlang von Gartenzäunen, an Feldrändern, in Vorgärten, im Dickicht der Peripherien, im Unterholz der nahen Erholungsgebiete, sowie auf den grünen Mittelstreifen stark befahrener Straßen.
Wilde Orte gibt es überall, man muß nur stehenbleiben und hinschauen. Das nahegelegene Unentdeckte ist oft von mystischer Schönheit. Im Pflanzenkosmos an den Grenzen der Naturräume findet sich eine Allegorie vergänglicher Schönheit.