Oliver Mezger


Nah an der Grenze

- vielleicht schon im Delirium -

sieht man Dinge, Bilder wird behauptet.

Gerald Zugmann, Fotograf

 

Wo ist die Grenze ? welche Grenze ? Na diese - siehst du sie nicht? Direkt hier – vor Dir ? - Nein!

Die Grenzen der Wahrnehmung oder die Grenzen die wir nicht wahr nehmen ?

Sind es die Grenzen im Inneren, die äußeren, die globalen, die gefährlichen, die sozialen, kulturellen, die

wirtschaftlichen, die politischen, die des Alltages oder die des Denkens?

Im Alltag begegnen wir fortlaufend Grenzen.

Zäune, Straßen mit deren Begrenzungen, gebaute Barrieren im Öffentlichen Raum, Einfassung zum Schutz von Verkehrswegen. Bauwerke in der gebauten und gestalteten Umwelt begleiten unsere Bewegung und unser Denken, selbst in der Natur bewegen sich die Menschen nicht Grenzenlos – hier sind Tiere dem Menschen oft überlegen, da diese viele der virtuellen Grenzen nicht kennen und demzufolge ignorieren – und damit auch ein Risiko der Grenzüberschreitung eingehen, welches möglicherweise auch mit dem Leben bezahlt wird.

Vom sozialen Wesen Mensch werden all diese Grenzen intuitiv akzeptiert, weitgehend befolgt und im Normalfall ohne Hinterfragen angenommen.

Unsere Arbeit zum Thema 'Grenzgänger / Grenzgänger' beschäftigt sich mit diesen Grenzen. Sie sind nicht alle unsichtbar und somit fotografisch in gewisser Weise fassbar. Das Denken und eine funktionierende innere Adaption blendet diese Grenzen allerdings im Gehirn, im Denken und in der Wahrnehmung aus.

Was wäre, wenn diese Grenzen nicht existierten ? Wenn die Gedanken, die Stärke hätten, diese Grenzen außer Kraft zu setzen – zu überwinden, oder zu ignorieren ? Wenn sich dadurch Perspektiven eröffneten, Räume, Wege,

Möglichkeiten entstehen - und auch das eigene Denken in einer anderen Dimension stattfinden könnte ?

Durch Überlagern von Bildern, Perspektiven, Ebenen, wird dem Unbeachteten eine mehrschichtige und bewusst uneindeutige Erweiterung zuteil.