Markus Kaesler


contacts.//crossing cities

 

Markus Kaesler arbeitet fotografisch mit der Verschränkung von Architektur verschiedener

Orte. Er bringt damit entfernte Städte in eine Zusammengehörigkeit und eröffnet dem

Betrachter neue Sichtweisen auf diese Städte. Hierfür verbindet er Stadtpaare durch gegenläufige

Doppelbelichtungen so miteinander, dass Fotografien entstehen, die Teile beider

beteiligter Städte so in sich vereinen, dass eine neue Wahrnehmungsebene entsteht.

Die auf diese Weise geschaffenen Bilder irritieren, weil sie dem Betrachter nur partiell

vertraut erscheinen. Sie geben dadurch neue Sichtweisen auf die jeweiligen Städte frei

und spielen mit der Vorstellung, daß Dinge zu einer Stadt gehören würden, die sich dort

nicht wirklich befinden. Sie veranschaulichen damit auch die Illusionen, die sich aus der

globalistischen Haltung ergeben können. Markus Kaesler reflektiert mit seinen Bildern

die Interaktionen zwischen Kulturen und zeigt die Dynamik des neu Entstehenden, ohne

sich von den Ausgangspunkten zu entfernen.

Dadurch werden diese Bilder zum Ausdruck globaler Vernetzung und zugleich ein Plädoyer

für ein gleichberechtigtes Zusammenwirken in einer globalisierten Welt, bei der freilich

jedem sein Standort belassen wird.

Die Bilder funktionieren auch, wenn man sie umdreht: Beim Betrachter entsteht dann

ein völlig anderer Eindruck. Darin liegt eine Analogie zur globalen Vernetzung: Es kommt

auf die Perspektive an. Zum einen bringen die Fotografien die Städte in direkten Kontakt,

zum anderen sind die Fotografien in der Präsentation vergrößerte Abbilder der Planfilm-

Kontaktkopien, dem ersten Eindruck, den der Fotograf von seiner Arbeit bekommt. Der

Künstler verbindet Städte unterschiedlicher Kontinente und vereint sie in Bildern, die auf

demselben Stück Filmmaterial durch entgegengesetzte Doppelbelichtungen entstehen.

Das Arbeiten auf analogem Filmmaterial ist ein wichtiges Element dieses Projektvorhabens:

Einerseits findet so das optische Vernetzen beider Städte im Augenblick der Aufnahme

statt, andererseits entsteht das Bild auf Material, das tatsächlich physisch an beiden

Orten war.