Jürgen Strasser


 Dystopia


Die Beiträge von Jürgen Strasser thematisieren das Wachsen der Megastädte dieser Welt im Zusammenhang mit natürlicher Überwucherung. „In dieser fotografischen Untersuchung schaue ich rückwärts nach vorne, entwerfe die Ruinen von morgen und mache mich damit zum Archäologen unserer eigenen Gegenwart: wer Natur überbaut, ist vor ihrer Rückkehr nicht geschützt“, schreibt Strasser. Er entwirft damit ein Szenario, bei dem aus dem konkreten Stadtbild das Prinzip urbanen Wucherns und Niedergehens abstrahiert wird. Es kommt dabei nicht auf die individuelle Stadt an, er mischt Elemente aus verschiedenen
Millionenstädten wie Bangkok, Dubai, Shanghai oder Tokio neu zusammen und verwebt sie collagenhaft mit Bildern von Wildwuchs und Zerfall.


Jürgen Strasser geht es dabei um die Hybris der Bauherren, welche die Gegenwart auf immerwährend stellen. In seinen Bildern brechen sich diese Ansprüche an den Gesetzen der Vergänglichkeit, sie sind damit auch eine deutliche Stellungnahme zugunsten einer Städteplanung, die ihre eigene Zeitabhängigkeit zur Kenntnis nimmt. Inhaltlich verweisen die Arbeiten dramatisch auf das Beieinander von Aufbau und Niedergang der Metropolen. Technisch handelt es sich dabei um ein spannungsvolles Beziehungsgeflecht aus Fotografie, Fotocollage und malerischen Techniken, in dem sich der Betrachter verirren, aus dem er aber auch mit Gewinn wieder herausfinden kann. Die Arbeitstechnik korreliert betont mit der Bildaussage.