Joschua Arnaut


» Die Lügen von Heute sind die Wahrheiten von Morgen «


Joschua Arnaut bedient sich für seine Arbeiten der klassischen, nicht durch Manipulationen
verstellten Technik. Seine Bildinszenierungen erreicht er allein durch geschickte Arrangements
und überraschende Perspektiven. Die ausgestellte Serie kann daher für sich
in Anspruch nehmen, ihre Bildwirkung ohne Effekte zu erzielen, denn der Künstler setzt
ihre Inhalte konsequent um, ohne den Betrachter durch vordergründig Andersartiges zu
überrumpeln. Deshalb wirken die Arbeiten auf ihre spezielle Weise.
Dem Künstler geht es bei seiner Arbeit darum, grundlegende Fragen der Wahrnehmung
spielerisch zu reflektieren und gleichzeitig kritisch auf gegenwärtige Phänomene des
Sehens einzugehen. Seine Bilder sollen auf das aufmerksam machen, was nicht ist. Als
Ausgangspunkte dienen Arnaut biografische Ereignisse (Traumatabearbeitung, Identitätsfndung),
kunstgeschichtliche Bezüge (Stilleben) und das Verhältnis zu anderen Künsten.
„Eine Gleichsetzung dieser unterschiedlichen Ansätze in der seriellen Bearbeitung ikonischer
Sinnbilder ermöglicht mir zudem das Bilden weiter Assoziationsketten, die ich selbst
als Betrachter spannend finde, und die auch anderen Betrachtern rätselhaft erscheinen
sollen“, sagt Joschua Arnaut. „Enorm wichtig ist auch der Aspekt der in-sich-kollabierten
Zeitlichkeit, um dort im Prozess auf Dialoge zu stoßen, die mir selbst nicht bewusst sind.“
Joshua Arnaut empfindet es als spannend, die Zeitlichkeit des einen Augenblicks durch die
überlagerte Komposition aufzubrechen. Die Arbeit „Die Lügen von Heute sind die Wahrheiten
von Morgen“ beschäftigt sich unter anderem mit hybriden Stilleben-Formen in Anlehnung
augementierte Wirklichkeiten und benutzt dabei die Technik des Photogrammetrie-
3D-Messungsverfahrens. Diese Arbeiten wurden mit derselben Spiegelrefexkamera
aufgenommen, mit der Arnaut auch sonst arbeitet. Als Motive dienen ihm ausschließlich
Objekte des Alltags, die bereits mit starker Bedeutung aufgeladen und oft persönlich konnotiert
sind, um auf nicht geläufge Symbolbeziehungen zu stoßen und diese autobiografisch
umzusetzen.