Ellen Markgraf


‘Fensterbilder’


Es gibt ein Haus am Plattensee in Ungarn, das eine Vielzahl von Details aufweist und
Ellen Markgraf immer wieder magisch anzieht. Denn inm Abhängigkeit von den Wetterund
Lichtverhältnissen verändern sich die Stimmungen des Hauses. Und so ist es für die
Künstlerin bereits ein Grenzgang, sich dem Haus als Motiv mit dem Teleobjektiv zu nähern
und auf diese Weise ein nicht öffentliches Objekt in den Fokus zu nehmen. Zu diesem
Grenzgang tritt ein zweiter, er bezieht sich auf die für die Ausstellung ausgewählten Motive
selbst. Die Arbeiten zeigen den Blick auf Fenster, in denen sich die Umgebung spiegelt.
Dadurch verschmelzen zwei Blickrichtungen ineinander, denn einerseits ist etwas vor der
Kamera und durch die Spiegelung auch hinter der Kamera. Diese Dualität ist verwirrend,
nicht aufgrund der Einengung auf weniger, sondern durch die Erweiterung in den Raum.
Die floralen Elemente der Gardinen, die auf den ersten Blick wie naturalistische Eisblumen
auf dem Fensterglas erscheinen, verbinden sich mit den gespiegelten Blättern der
Bäume. Ein Zaun ist zum Teil sichtbar, auch Teile der Fensterrahmung. Somit stehen konkrete
Anhaltspunkte im Kontrast zu den irritierenden Fensterflächen mit den Spiegelungen.
Manches wird dabei abstrahiert, anderes tritt klar und deutlich in Erscheinung und
fließt mit den anderen Bildteilen zu gefühlvollen Kompositionen zusammen.