Christoph Brandl


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Für die acht Arbeiten dieser Serie, deren Aufnahmen bei der Begehung der indonesischen
Nachbarvulkane ‚Tangkuban Parahu‘ und ‚Kawah Putih‘ im Februar 2018 entstanden, hat
Christoph Brandl ein spezielles Produktionsverfahren gewählt, mit dem Zeit und die zeitliche
Bewegung im Räumlichen sichtbar gemacht werden sollte.
Hierfür wurden die Bilder auf ausgesuchte Platten aus italienischem Carrara-Marmor gedruckt,
wodurch eine wechselseitige Durchdringung des seit der Antike kulturgeschichtlich
bedeutenden Materials Marmor und des anorganisch-digitalen Fotodruckverfahrens
angeregt wurde. Dabei sind Bilder entstanden, die aus dem Einsickern des Toners in den
Stein und aus der sichtbaren Maserung des Materials einen unvergleichlichen Reiz beziehen.
Die Bilder regen unmittelbar zum Nachdenken über das Trägermedium an: Fotokunst
auf Marmorplatten wirkt widersprüchlich, hat aber eine sehr starke Ausstrahlung.
Wo ist also die Grenze der Fotografie und wo fängt das Organische an?
Das hier gewählte Produktionsverfahren ist weltweit einmalig.
Nr. 1,2,6,7: ‚Kawah Putih‘, der weiße Krater, brach zuletzt im Jahr 1600 aus. Auf seinem
Boden bildeten Schwefelquellen einen sauren See, der je nach Schwefelkonzentration,
Temperatur und Oxidation bläulich bis braun schimmert. Menschen können sich wegen
des Schwefels nicht lange in seiner Nähe aufhalten.
Nr. 3,4,5,8: Zu sehen ist hier das Innere eines der vier Krater des ‚Tangkuban Parahu‘.
Auch dort gibt es zahlreiche Quellen, aus denen heißes Wasser sprudelt oder giftige Kohlendioxid-
und Schwefelgase ausdampfen.