Bettina Gorn


colour_coded

Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht der Mensch im Werden und Vergehen, der Flüchtigkeit und Verletzlichkeit seiner Existenz und den Facetten seiner Identität. Formal dient dabei das Prozesshafte und Experimentelle durch das konturenaufhebenden Wechselspiel zwischen Schärfe und Unschärfe als Basis zur Entwicklung einer eigenen Bildsprache um so einen fotografischen Metacode des jeweiligen Themas entstehen zu lassen.

Das vordergründig nicht Sichtbare wird durch die Projektion auf die äußere Hülle des Körpers visualisiert. Durch die Reduktion auf die reine Figur entsteht eine Verdichtung des Prozesses. Die Essenz der Vorgänge zwischen dem Innen und Außen, dem Alten und dem Neuen oszillieren auf der Oberfläche.

Auch der Aspekt der Zeit erfährt durch die Abstraktion eine Verdichtung. Veränderungen über eine größere Zeitspanne sind in einem Moment festgehalten bzw. fotografiert, so daß mehrere Phasen eines Prozesses direkt übereinander liegen.

In meiner Serie „colour_coded“ steht der menschliche Kopf als manipulierbarer Gedanken-, Gefühls- und Sinnesraum im Fokus. Der durch farbige, synthetische Membrane umgeformte Kopf erhält eine objekthafte, skulpturale Anmutung. Gleichzeitig sind diese Transformationen als Ausdruck des Innersten zu lesen - die durch die Manipulationen entstandene Aktion und Reaktion, die sich nicht zuletzt auch in einer körperlichen Bewegtheit äußert.