Bernd Donabauer


Die Ärzte haben mich im Jahr 2013 zurück gelassen. Unvorbereitet, übersäht mit

Narben, die Knochen umwunden von Metall, zerquetschten Nerven und einem Körper,

der mir ein Fremder ist. Es benötigt Zeit, die Wunden der Rettung zu verstehen.

Mein Innerstes sucht tastend nach Nähe. Mein Körper schreit auf, wehrt sich mit jeder

Faser. Angst steigt auf und steigert sich zur Panik. Ich ertrage die Berührungen nicht.

Monate vergehen. Die Schlagzeilen werden bestimmt von Begriffen wie Abschottung,

Mauern, Volk und Fremder. Die Kommentare in den sozialen Medien tragen patologische

Züge: Ich ertrage es nicht! Und dann, in einem Moment der Erkenntnis, wird mir

klar wie ähnlich wir uns doch sind: Mit unseren unverstandenen Verwundungen, im

Tasten nach Nähe, in unseren Berührungsängsten.

 

Ich sehe meine Arbeiten in der Tradition der subjektiven Fotografie von Otto Steinert:
Als Gegenentwurf zum Dokumentarischen in der Fotografie, der die Ausdrucksformen
des Subjektiven ergründet. Als Fotograf, der seine subjektive Bildsprache mit den
Mitteln des Experimentes zu erweitern sucht.