Anni Hanén


» Trace «


In ihrer Serie „Trace“ möchte Anni Hanén verschiedene Erinnerungsspuren aufdecken:
diejenigen, die Gefühle, Orte oder Menschen ausdrücken. Der Prozess beginnt im täglichen
Leben, indem sie die Nachrichten hört oder liest oder Dinge sieht oder erlebt, die
ihre Aufmerksamkeit erregen. Die Bilder, die daraus entstehen, stellt sich die Künstlerin
gerne als Gedichte vor, die aus einer zutiefst persönlichen Perspektive entstanden sind,
um umfassende Gefühle zu verstehen.
Sie benutzt verschiedene poetische Formen, um Rhythmen zu kreieren – vom freien Vers
bis zum Geschichtenerzählen. Für sie ist es wichtig, für jede ihrer Geschichten eine eigene
Sprache zu finden. Bei dieser Arbeit verwendet sie sowohl Cyanotypie als auch digitale
Collagen, um Archivmaterial und inszenierte Fotografien zu kombinieren. Ihr Material
reicht von alten Familienalben bis hin zu Schnappschüssen mit dem Smartphone. Obwohl
ihre Arbeit von Notizen aus dem täglichen Leben ausgeht, ist es die Vorstellungskraft, die
es dieser Arbeit ermöglicht, universelle Erfahrungen zu berühren.
Die Hauptthemen ihrer Arbeit sind Verderblichkeit und Unsichtbarkeit, verbunden mit einem
kritischen Blick auf die alltäglichen Gewohnheiten, die normalerweise nicht in Frage
gestellt werden. Gleichzeitig geht es der Fotografin um Geschichten, die sich deutlich vom
Alltäglichen abheben. In ihrer Bilderwelt vereinen sich verschiedene Zeit- und Vorstellungsschichten,
durch die Farbe Blau kehren sie zu den Wurzeln zurück. Diese Farbe hat
auch etwas Tiefes, das für das Gefühl bei der Arbeit und damit für die Inspiration ganz
wesentlich ist.