Anna Kirsch


Das Ideal der unberührten Natur als Sehnsuchtsort für Weite, Freiheit und Echtheit

steht im Widerspruch zu dem Wunsch des Menschen ein Teil davon zu werden.

Gerade als Fotograf kennt man die Faszination des Ursprünglichen, Unberührten,

Wilden. Man will Pionier sein und Entdecker. Will noch nie Gesehenes festhalten, ist

auf der Suche nach dem Einmaligen, das immer seltener und schwerer zu finden ist.

Mit Auswirkungen auf seinen ökologischen Fußabdruck begibt er sich auf Reisen um

einzutauchen in die Umgebung und zerstört bei aller Sorgfalt immer etwas von dem,

was ihm so wesentlich erscheint. Er berührt die Unberührtheit, beeinflusst das

System in dem er sich als Beobachter glaubt.

 

Der Fotograf verhält sich paradox und weiß es auch.