Anita Back


Photography meets Street Art


Kaum eine Hauswand in Saint-Louis im Senegal, die nicht mit faszinierenden Graffiti verziert ist – Street Art ist in in dieser Stadt an fast jeder Ecke zu bewundern. Anita Back hat sich während eines längeren Arbeitsaufenthalts in Saint-Louis intensiv mit den Zeichnungen an den Häusern auseinandergesetzt. Die dortigen Künstler verwirklichen sich auf ihre ganz eigene Weise, ihre Technik (Kreide, Kohle, Bleistift) hat die Fotografin sehr an die Zille-Zeichnungen im Berlin der 1910er und 20er Jahre erinnert. In Saint-Louis kommt Street Art ohne Spraydosen aus.

 

Ein weiteres Phänomen, das sie gefesselt hat, ist das Recycling in Afrika. Etwa der alte Mercedes aus Deutschland, der dort noch einen langen Lebensabend verbringt. Oder ausrangierte Kühlschränke, gebrauchte Klamotten und Schuhe aus aller Welt – alles, was irgendwie noch brauchbar ist, wird hier weiterverwendet. Diese beiden Themen hab sie in ihrer Arbeit kombiniert: Straßenkunst und Recycling. Sie integriert die anonymen, zuweilen sehr archaisch wirkenden Graffiti in ihre eigenen Fotografien von Momenten des Alltags. Die poetische Stimmung, die sie in ihren Bildern einfängt, tritt in eine Beziehung zu der poetischen Stimmung, die von Street Art-Künstlern auf Wänden fixiert wurde. Das gibt den Bildern eine interessante Spannung, weil der Betrachter unwillkürlich nach Beziehungen zwischen den Motiven sucht.