Publikumspreis 2019

Benita Suchodrev für ihre Werkreihe »48 Hours Blackpool«

 

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher der diesjährigen Wiesbadener Fototage mit dem Titel »Grenzgang Fotokunst« haben ihre Stimme mehrheitlich der Schwarz-Weiß-Serie »48 Hours Blackpool« der in Berlin lebenden Fotografin Benita Suchodrev gegeben.

 

»Intuitiv, waghalsig, und ohne zu zögern, fängt sie stets den entscheidenden Augenblick ihrer Begegnungen im sommerlichen Blackpool ein. Die kontrastreichen Schwarz-Weiß-Fotografien sind intensiv, doch ohne Sensationslust. Suchodrevs Fotoarbeiten sind eine Gesellschaftsstudie voller Authentizität und Poesie; eine zeitgenössische und zugleich zeitlose Entdeckungsreise durch Bingo-Salons, Hot-Dog-Stände und Burlesque-Theater, wo skurrile Typen, Mamas und Papas, Kinder und Möwen spielen gehen.«

 

 

Preis der Jury 2019

Fotostudio für Blinde Fotografen mit Susanne Emmermann, Mary Hartwig, Silja Korn und Gerald Pirner

 

Vier erblindete Fotograf*innen – Susanne Emmermann, Mary Hartwig, Silja Korn und Gerald Pirner – haben zusammen mit Karsten Hein im Juni 2018 ein gemeinsames Fotoatelier in Berlin gegründet. Betitelt wurde es als ein Ort für Visionen. Auf Ihrer Facebook-Seite steht dazu: »Jeder Fotograf braucht eine innere Vision von dem Bild, das er machen möchte. Blinde Fotografen kultivieren diese innere Vision und realisieren sie mit einem Apparat, der mehr umfasst als die Kamera selbst.«

 

Deutlicher kann ein »Grenzgang der Fotokunst« nicht vor Augen geführt werden, als etwas zu präsentieren, dass von den Akteuren selbst nicht gesehen werden kann. Alle vier Fotografen*innen schaffen intime und lautlose Bilder, indem sie die Technik des sog. „Lightpaintings“ nutzen und so das Charakteristikum ihrer Arbeiten schaffen, nämlich das Licht als ein besonderes Fluidum, als eine Aura oder eben eine innere Vision zu veranschaulichen. Insofern geht der Jurypreis an die Gruppe des »Fotostudios für Blinde Fotografen« für ein zukunftsweisendes und herausragendes Fotoprojekt von hoher sowie gleichartiger Qualität.

Die Preisverleihung fand am 06.09.2019 um 17 Uhr im Atrium der SV SparkassenVersicherung statt.

 

links nach rechts: Benita Suchodrev, Silja Korn und Karsten Hein
links nach rechts: Benita Suchodrev, Silja Korn und Karsten Hein

Due Jury der Wiesbadener Fototage 2019 (v.l.nr.): Katja Maria Nyman (Gastland Finnland), Dr. Isolde Schmidt (Kulturamt), Frank Deubel (Fototage), Michaela Höllriegel (Fototage) , Andreas Trampe (Bildchef Stern) Reinhard Berg (Fototage)


Publikumspreis 2017

Gabi Rottes für Ihre Serie »LandScape«

 

Den Publikumspreis der 10. Wiesbadener Fototage 2017 erhält die Fotografin Gabi Rottes für Ihre Serie »LandScape«. »LandScape« ist eine Arbeit, die unsere Wahrnehmung sozusagen sprichwörtlich hinters Licht führt. Mit faszinierend einfachen Mittel vermag es die Fotografin, den Betrachter in doppelter Weise zu überraschen. Als horizontal sehende Menschen, definieren wir das, was wir aus der Distanz sehen als Landschaft. Das perfekt austarierte Licht- und Schattenspiel, welches unzählige Graustufen hervorruft, schafft in der Entfernung eine Silhouette, die aufgrund der exakten Horizontlinien und präzise suggerierten Tiefenwirkungen unterschiedliche Landschaftseindrücke erzeugt. Allerdings wird hier kein natürliches Gelände wiedergeben, eine Scheinarchitektur bildet eine Scheinlandschaft.

 

Herangetreten an die Fotoarbeit offenbart sich dem Betrachter der Grund für diese Wirkung. Papierbahnen in DIN A3 wurden mit Hilfe von Feuchtigkeit so gewellt und bearbeitet, dass sie, über einer Lichtquelle wie zum Beispiel einem Leuchttisch aufgebaut, eine räumliche Wirkung erzielen. Von Nahem können Sie die geknickten und gewellten Strukturen des Papiermaterials erkennen. Dabei überrascht und fasziniert die räumliche Begrenztheit und "Einfachheit" des Bildaufbaus, deren Wirkung durch die gewählte Bildgröße im Querformat und die Streuung des Lichtes zwischen Schwarz und Weiß erzielt wird. Für die Fotoserie »LandScape« erhält Gabi Rottes den Publikumspreis der 10. Wiesbadener Fototage, der mit 1.500 EUR dotiert ist.

 

 

Preis der Jury 2017

Evelyn Hellenschmidt für Ihre Serie »Der Schrank«.

 

Evelyn Hellenschmidt überzeugte die Jury mit ihrer ausgesprochen künstlerischen Darstellung eines surreal wirkenden Themas, das sich aus den vielen dokumentarischen und konzeptuellen Fotoarbeiten der eingereichten Serien hervorhob. Ausgangspunkt der zweiteiligen Serie »Der Schrank« ist eine Erzählung/Märchen, in der ein Mädchen auf einem Schrank leben will. Für die Umsetzung wählte Hellenschmidt zwei verschiedene Formate und Bildausschnitte, um die psychologischen und zutiefst emotionalen Themen von Alleinsein, Isolation und Unsicherheit auf einzigartige Weise auszudrücken.

 

Inspiriert von der Geschichte, lassen sich der Protagonist und die Fotografin auf eine seelische Reise von Einsamkeit, Dunkelheit und der radikalsten Form von gesellschaftlichem Rückzug ein. Mit minimal fotografischen und kompositorischen Mitteln führt die Fotografin dem Betrachter eine verstörende aber auch ganz intime Bildsequenz vor Augen, die geradewegs in den Tod führt.

 

Die präzise fast monochrome Lichtführung der kleinformatigen Bildfolge offenbart den Raum mit seinen wenigen Objekten, dem Protagonisten und dem Schrank niemals in Gänze. Die Bewegungen des Mannes und die Lichtquelle werden als künstlerische Mittel eingesetzt, um den Raum und die gesamte Bildeinheit mit Schatten, unscharfen Konturen und Verzerrungen zu stören. Sie fordern damit den Betrachter auf, ganz nah an die Bilder heranzutreten, um den mentalen und körperlichen Rückzug eines Menschen aus der Gesellschaft, die vollständige Isolation und Kontaktlosigkeit nachzuvollziehen.

 


Tabitha Genoveva Harter für Ihre Serie »Daheim in der Fremde«

 

»Diese Arbeit stellt sich gegen den Trend und macht Menschen sichtbar.« Mit diesem Satz endet die Bewerbung der Fotografin und Grafik-Designerin Tabitha Genoveva Harter, die 2015 den Jurypreis der Wiesbadener Fototage erhielt.

 

Die Preisübergabe fand am 10.7. um 17 Uhr in der SV SparkassenVersicherung statt.

Jurierung der Einsendungen am 14.03.2015 Heimat X

 v.l.n.r.

Reinhard Berg (Galerist)

Dr. Isolde Schmidt (Kulturamt Wiesbaden)

Andreas Trampe (Bildchef des »Stern«)

Frank Deubel (Fotokünstler)

Dr. Verena Titze (Kunsthistorikerin, SV SparkassenVersicherung)


Publikumspreis 2013
Das Publikum der Wiesbadener Fototage hat gewählt. Die Preisträgerin des diesjährigen Publikumspreises 2013 ist die Fotografin Ol Skoczylas.

Verleihung des Publikumspreises der SV SparkassenVersicherung fand am 27.09.2013 statt.

 

Sie beeindruckte das Publikum mit ihren magischen Portraits, die auf einer Fotografietechnik aus den Anfängen der Fotografie ( 1851) basiert. Die in Warschau lebende und zur Verleihung des Publikumspreises angereiste Fotografin nahm in Anwesenheit des Vorstandsmitgliedes Herr Dr. Korbach und der Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz den Preis an.


Publikumspreis 2011

esc-space group für ihr Projekt »Bilder für die Freiheit«

 

Mit großem Abstand entschieden sich die Besucher für das Projekt „Bilder für die Freiheit“, welches das Thema Wagnis in seiner politischen Dimension, aber auch in einer dem Zeitgeist entsprechenden Ästhetik abbildete. Die Bilder mobilisieren und dokumentieren. Es sind vor allem junge Menschen, die sich der Staatsmacht mit ihren Fotohandys entgegen stellen, und ihre Bilder und Filmsequenzen haben zur Ausbreitung der Aufstände und Revolutionen in den nahöstlichen Ländern entscheidend beigetragen. Auch die Eindrücke, die in der globalen Öffentlichkeit von den Vorgängen entstehen, werden entscheidend von diesen Bildern und Filmen geprägt. Zusammen mit den elektronischen Netzwerken Facebook und Twitter ist das Photohandy zum Signum einer Epochenscheide im Nahen Osten geworden.

 

Mit der Verleihung des Publikumspreises der Wiesbadener Volksbank (bis 2011 Sponsor der Fototage) wurden die Fototage 2011 im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst feierlich beendet.


Publikumspreis 2009

Timo Wilke für seine Serie »Virtuelle Welten und Mode«.

 

Der mit 2.000,- Euro dotierte Publikumspreis wurde von der Wiesbadener Volksbank gestiftet.


Publikumspreis 2007

Agata Wieczorek für ihre Werkreihe »Breslauer Traum«


Bei der Entstehung der Serie »Breslauer Traum« inspirierte mich der Film »Arizona Dream« (Verknüpfung der Wirklichkeit mit den Träumen). Meine Fotoserie ist das Ergebnis einer dreijährigen »Reise« durch die Stadt Breslau, die ein persönliches Symbol eigener Entwicklung und geistigen Fortschritts ist. Die Stadt, in der ich mich bewege, wird durch ein Prisma der vernebelten Erinnerung gezeigt. Die Protagonistin trägt bunte Kleider und eine Kopfbedeckung, die aus Veilchen gewebt wurde. Die Blumen symbolisieren die Eigenschaften einer jungen Persönlichkeit, die die kommenden Etappen des eigenen Lebens wahrnimmt. Es handelt sich um die Unschuld, das Geheimnis, das Leiden, das Vergehen und die Kurzlebigkeit.