Konzept der Fototage

Zielsetzung und Charakter der Wiesbadener Fototage

Ziel der Wiesbadener Fototage ist es die zeitgenössische Fotografie stärker in das Licht der Öffentlichkeit

zu bringen und durch die Präsentation von professionellen, hochwertigen Fotoarbeiten unter einem Themenschwerpunkt die künstlerische Beschäftigung mit dem Medium darzustellen.

 

Jenseits der allgegenwärtigen Bilderfluten und der kommerziellen Verwertung
des fotografischen Bildes bieten die Wiesbadener Fototage einen Raum, in dem individuelle, kontroverse

und spannungsreiche fotografische Konzepte ihren Platz finden. Dadurch sollen Auseinandersetzungen mit künstlerischen Positionen in Gang gesetzt werden. Die Auswahlkriterien für die Beiträge gründen sich auf die Ursprünglichkeit der Fotografie und ihren immanenten Sichtweisen sowie Entstehungsbedingungen, die weniger vom Markt bestimmt werden, sondern von der Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen des Mediums und seinen ästhetischen Möglichkeiten.
 
Die Wiesbadener Fototage suchen den intensiven Kontakt mit dem Publikum und wollen den Zugang zum Medium Fotografie so direkt wie nur möglich gestalten (ohne Eintrittsgelder). Ziel ist es nicht nur das Fachpublikum und Kunstinteressierte zu erreichen, sondern auch die jüngere Generation. Wir verstehen uns deshalb auch nicht als eine Gruppe von Galeristen, die ihre Verkaufsstrategien optimieren wollen, sondern als Festival und Diskussionsforum mit nahem Kontakt zu den Künstlern und ihren Arbeiten. Deshalb sind die Anwesenheit von Ansprechpartnern, Fotografengesprächen und Führungen genauso wichtig wie die Begleitung der Ausstellungen durch einen Katalog.

 

Die Wiesbadener Fototage sind ein Festival für zeitgenössische Fotografie, das sich seit der Auftaktveranstaltung vor fünfzehn Jahren in einem sehr dynamischen Entwicklungsprozess befindet.


Geschichte der Fototage

Wenn es keine Vorbilder gibt, muss man eine „Vision“ haben und den Mut zum Experiment. Im Gespräch
mit einer Journalistin der „Frankfurter Rundschau“ zum Start der zweiten Auflage der Wiesbadener
Fototage 2003 beschrieb Reinhard Berg seine Idee, die ihn im Jahr zuvor zum Erfinder dieses, für die
hessische Landeshauptstadt und die Region bis dato großen Kulturfestivalsmachte.

Wieviel Avantgarde in diesem Projekt steckte, zeigt der Blick auf die damalige Fotofestivallandschaft:
„Hertener Fototage“ 1991-2001 hatten ein Jahr zuvor das Festival aufgegeben. Mannheim/Ludwigshafen
beispielsweise mit seiner Biennale für aktuelle Fotografie und die „Darmstädter Tage der Fotografie“
zogen beide erst 2005 nach. „Ray“ in Frankfurt ist das jüngste Festival in der Region.


Experimentelle Fotografie (1/2002)
Für Wiesbaden sollte es eine Veranstaltung werden, bei der die Ausstellungsmacher aus einem Stadtviertel
nicht als Konkurrenten, sondern gemeinsam als Kooperationspartner auftreten. Die Fotokunst sollte im
Fokus stehen, nicht das Ego oder die „Kasse“ des Galeristen. Apropos Finanzen, dass die Durchsetzung einer neuen Idee immer auch mit Idealismus zu tun hat, belegt der Zuschuss aus dem städtischen Kulturetat im ersten Jahr; er betrug 500 Euro. Die damalige Kulturdezernentin Rita Thies begleitete das Fotofestival
über ihre gesamte Amtszeit sehr wohlwollend und sorgte in späteren Jahren auch für eine Finanzierung,
die zum Fundament der Fototage wurde. Den Anfang bildete eine Mischung aus Stadtteilfestival und
Gemeinschaftsausstellung junger künstlerischer Galerien. Deren Zahl beschränkte sich zunächst einmal
auf ganze zwei, neben Bergs Galerie „Lichtbild“ in der Herderstraße war die Galerie Pokusa, eineinhalb Straßenecken weiter, mit dabei. Ewa Hartmann, von Beginn an Mitinitiatorin des Projekts, sorgte gleich für
die erste Grenzüberschreitung, die internationale Ausrichtung der Fototage durch die Präsentation polnischer
Fotokunst.
Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins PhotoWork um Reinhard Berg gehörten Iris Kaczmarczyk,
Ewa Hartmann sowie Birgit Glindmeier. Die Wiesbadener Fototage verstanden sich als Forum für eine
von den Gesetzen des Marktes unabhängige Gegenkultur: „Wenn Kunst verkauft wird, ist sie keine
mehr“! Ganz eigene, ursprüngliche und radikale Sichtweisen der teilnehmenden 17 Fotokünstler sollten
stattdessen präsentiert werden. Davon wurden 4 polnische Fotografen in der Galerie Pokusa ausgestellt.
Frank Deubel gehörte bei den 1. Fototagen noch zum Ausstellerteam der Galerie „Lichtbild“; er war von
der Idee begeistert und wechselte danach in das Organisationsteam des Vereins.

 

Auszug aus dem Feuilleton des WK vom 19. August 2002: „Im Mittelpunkt standen die ausgestellten
Fotoarbeiten, die nicht nur in den Galerien , sondern auch auf Stellwänden in der Straße präsentiert
wurden. Denn PhotoWork möchte nicht nur die Rezeption von Fotografie fördern, sondern auch neue Weg in der Präsentation beschreiten. Die Fotoarbeiten sollen nicht nur in der üblichen Form der Vernissage einer kleinen Schar Eingeweihter gezeigt werden, sondern die Schwelle zum öffentlichen Raum überschreiten und diesen einbeziehen.
Etwa achthundert Besucher wurden in den Wochen zwischen dem 17. August und 15. September gezählt.
Neben musikalischen Beiträgen einem Symposium und Filmvorführungen im Fotostudio steuerte der Tanzraum von Ute Bühler eine Performance zum Begleitprogramm bei.“


Polnische Fotografie(2/2003)
Den 2. Wiesbadener Fototagen (6.9.-6.10. 2003) ging der „1. Niederschlesische Fotoworkshop“ zum Thema „Untragbare Kunst“ voraus. Zehn polnische und vier deutsche Fotografinnen und Fotografen trafen sich zu einer einwöchigen Session in Przesieka bei Jelenia Góra (Hirschberg) im Riesengebirge, und eine etwas ungewöhnliche Modenschau lieferte den passenden Titel. Als Teilnehmer der polnischen Fotografen ist der international bekannte Fotograf und World Press Photo-Preisträger Chris Niedenthal zu erwähnen. Eine polnische Hochschule stellte extrem ungewöhnliche, ja fast untragbare Kreationen aus Metall und Gummi zu Verfügung, die von zwei Models getragen wurden. Studio und schöne Naturkulisse bildeten den Rahmen für die unterschiedlichen Shootings der Fotografen. Ein intensiver Austausch mit den polnischen Fotografen
und Mappenschauen rundeten den Workshop ab, dessen Ergebnisse sowohl in Polen als auch in Wiesbaden
gezeigt wurden.
Mit vier Ausstellungsorten, neben Lichtbild und Pokusa nun auch QuerFormArt und Studio_01, hatte sich die Zahl der teilnehmenden Galerien schon in diesem zweiten Jahr verdoppelt, das Rahmengeschäft Mergel zeigte außerdem Fotokunst in seinen Schaufenstern in der Herderstraße.
Die Ausstellungen verzeichneten eine beinah verdoppelte Besucherzahl gegenüber dem Vorjahr, das Publikumsinteresse an den Wiesbadener Fototagen reichte schon jetzt über die Stadtgrenzen hinaus.
Ein beachtlicher Anfangserfolg macht immer Lust auf mehr, und die erfreuliche Akzeptanz bei Publikum
und Medien führt zu einer Eigendynamik, die von den Machern – und das sind bei einem zunächst
sehr überschaubaren, lokalen Event immer nur wenige und fast immer dieselben – erst einmal sortiert und
bewältigt werden muss.


Afrikanische Fotografie (3/2004)

Als Schirmherrin der 3. Fototage konnte die Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul gewonnen werden. Die gewachsene Professionalisierung und Erweiterung des Spektrums war schon bei der Auswahl der fotografischen Ansätze zu erkennen. Dokumentarische Reportagebilder einheimischer Fotografen, etwa aus Kriegsgebieten im Norden Ugandas, fanden sich neben europäischen „Sichtweisen“ auf das faszinierende Fremde.
Der international bekannte nigerianische Fotokünstler und Träger der Goethe-Medaille Akinbode Akinbiyi
und Jürgen Schadeberg aus Südafrika zählten zu den profiliertesten Fotografen des Festivals.
Da sich die Fototage konkreter politisch positionierten, gewann das Rahmenprogramm an zusätzlicher
Bedeutung. Workshops mit ausstellenden Künstlern und Führungen wurden durchgeführt, darunter auch solche für Schulklassen; in Oberstufen-Leistungskursen sollte das Interesse der Schüler für das Medium geweckt. werden. Die anfangs veranstalteten Symposien hatten sich für einen intensiven fotografischen
Diskurs mit dem Publikum als ungeeignet erwiesen und wurden in den letzten Jahren durch
die neue Form der Fotografengespräche ersetzt und wurden bald zur festen Institution. Die Themen-ausstellungen wurden durch die Reihe „Fotografie im Film“ der Caligari FilmBühne mit entsprechenden
Filmen ergänzt. Diese Reihe wurde von Günther Wagner bis 2007 moderiert und sind auch heute noch fester Bestandteil des Fotofestivals.


Deutschlandbilder (4/2005)
Es ist ein sicheres Zeichen für die Etablierung einer privat initiierten Veranstaltung in der lokalen und
regionalen Kulturlandschaft, wenn Flaggschiffe des staatlich subventionierten Kulturbetriebs auch daran teilhaben. Zu den 4. Fototagen (10.9.-2.10. 2005) beispielsweise steuerte das Wiesbadener Landesmuseum eine eigene Sonderausstellung mit Fotografien von Barbara Klemm bei. Und am anderen Ende der Rheinstraße öffnete auch die Ringkirche ihre Pforten für die „Deutschlandbilder“. In diesem und den folgenden Jahren hatte sich das Festival als Marke durchgesetzt und bespielte flächendeckend den gesamten Stadtraum. Das neu eröffnete Kunsthaus am Schulberg kam bald als einer der bis heute zentralen Ausstellungsorte hinzu, ebenso das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst in der Rheinstraße. Schon 2005 war die Bandbreite des Gezeigten immens gewachsen. Insgesamt 37 Teilnehmer porträtierten das Ungewöhnliche im eigenen oder fremden Land, konzeptuelle Ansätze wie z.B. eine Camera-obscura-Korrespondenz fanden sich neben Reisereportage und („blühender“) Landschaftsfotografie mit ostdeutschen Investitionsruinen, verlorenen Urlaubsparadiesen und schrägen Wohnwelten.
Zahlreiche junge Fotografinnen und Fotografen - zu dieser Zeit noch unbekannt - sind mittlerweile in bedeutenden fotografischen Sammlungen vertreten; so z.B. Loredana Nemes, die in diesem Jahr
ihre „Aufnahmen aus dem Untergrund“ zeigte.


EGO - Fotografische Positionen zum ICH (5/2007)
Nach der Umstellung auf einen zweijährigen Veranstaltungsturnus – mit dem „Biennnale“-Modus wollten die Verantwortlichen auch der stetig gewachsenen Selbstausbeutung begegnen – wurde die Teilnehmerzahl
2007 noch einmal fast verdoppelt: 70 „Fotografische Positionen zum Ich“ waren an 25 Orten zu sehen, renommierte Galerien der Stadt wie Rother und Witzel, später auch Hafemann, und die Galerie
photonet waren nun mit dabei, schon länger auch das frauen museum wiesbaden.
Um diese immense Arbeit überhaupt bewerkstelligen zu können wurde der Organisationsstab nochmals
um folgende ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitert: Jürgen Kaucher, Dr. Pia
Neumann, Lisa Farkas und Hajo Weber.
Der international bekannte Fotograf Roger Balen aus den USA faszinierte mit seiner Arbeit „Shadow
Chamber“. Polen bildete mit Wiesbadens Partnerstadt Breslau mit gleich zehn Fotokünstlern von der
Breslauer Hochschule im Projektbüro Stadtmuseum wiederum einen besonderen Schwerpunkt.
Der erstmals 2007 ausgeschriebene Publikumspreis zunächst gestiftet von der Wiesbadener Volksbank
wurde später von der SV Sparkassen Versicherung übernommen. Die „Kultur(bus)linie 1“, eine Erfindung
Reinhard Bergs, verband die Galerien entlang des Kaiser-Friedrich- Rings fast bis hin zur Peripherie,
dem Thalhaus. Diese Linie wurde von den ESWE Verkehrsbetrieben eingerichtet und später auchübernommen.
Während der 5. Wiesbadener Fototage konnte ein herausragendes fotografisches Projekt im öffentlichen Raum realisiert werden: „Wiesbaden zeigt Gesicht“. Das Fotografenteam: Reinhard Berg, Frank Deubel, Iris Kaczmarczyk und Hajo Weber richtete in der ehemaligen Verkehrsschule am Platz der Deutschen Einheit ein Fotostudio ein - verbunden mit der Einladung an Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger sich fotografieren zu lassen. Über 600 Personen haben sich an dieser Aktion beteiligt, die über mehrere Wochen lief; am Ende waren alle Schaufenster mit den portraitierten Menschen gefüllt. Nachmehreren Jahren der Präsenz im
Schaufenster wurden die Portraits an die Bürgerinnen und Bürger zurückgegeben.
Diese außerordentliche Kunstaktion wurde durch das Kulturamt und das Medienzentrum unterstützt.


Inszenierte Fotografie (6/2009)
Bei der Inszenierten Fotografie, einem klassischen Thema der Fotokunst, handelt es sich um die Gestaltung von Raum, Zeit und Figur. Im Zentrum des Spiels mit dem Schaffen neuer oder anderer Wirklichkeiten
steht der Mensch, einem immer wieder zentralen Thema der Fototage.
Den Länderschwerpunkt des Festivals bildete Italien. Die 5 italienischen Fotografen, allesamt mit
internationaler Ausstellungserfahrung, konnten in der Galerie des Rathauses im Zentrum der Stadt
präsentiert werden. Besonders beeindruckte Roberto Kusterle mit seinen ungewöhnlichen Inszenierungen.
Ebenfalls neu: ein „Wiesbaden - Pavillon“ gedacht als Ausstellungsplattform für Wiesbadener Fotografinnen
und Fotografen.


Wagnis Fotografie (7/2011)
Während der Planungen für das neue Thema der Fototage: „Wagnis Fotografie“ ahnten die Fototage-
Macher noch nicht, welche Brisanz das Thema erhalten würde. Die Serie mit Handy-Fotos, die Beteiligte
von Demonstrationen während des sog. „Arabischen Frühlings“ gemacht hatten, waren eine seinerzeit
durchaus nicht ungefährliche Form von Reportage- und Dokumentarfotografie.
Die Serie erhielt den Publikumspreis. Rückblickend betrachtet erhält die
Arbeit: “Letzte Hürde Calais - Eu- ropas illegalisierte Migranten“ von Philip Eichler besondere Aktualität.
Ihm ist es gelungen, die Lebensbedingungen der Migranten in diesem Lager einzufangen.
Mit einem Professor der Ecole des Beaus -Arts de Bordeaux und einer Gruppe seiner Studenten, die
im Hess. Ministerium für Wissenschaft und Kunst ausstellten, wurde Frankreich zum Länderschwerpunkt
in 2011.
Um das Thema „Wagnis“ nicht nur auf politische Themen einzuengen, wurden unter anderem auch die
sehr intimen Arbeiten der Professorin der Bielefelder Hochschule für Fotografie, Katharina Bosse, zum
Thema „Mutterschaft“ gezeigt.

 

Lauf der Zeit (8/2013)

„Photographie ist das einzige Medium, das aus seinen eigenen technischen Aspekten heraus das Phänomen Zeit adäquat darstellen kann“ schrieb Alexander Glück im Vorwort zum Katalog dieser 8. Wiesbadener
Fototage, die sich dem „Lauf der Zeit“ widmeten. Die Hochschule Rhein-Main war in diesem Jahr mit ihrer Fotoklasse Kooperationspartner, deren Arbeiten in den Räumen des Alten Gerichtsgebäudes
ausgestellt wurden. Zu philosophischen Exkursen konnte die Aufgabenstellung verleiten, denn bei richtiger Belichtungszeit kreuzen sich in jeder Momentaufnahme Vergangenheit und Zukunft. Sinnigerweise fand die Abschlussveranstaltung im Alten Gericht in der Moritzstraße statt, in dessen beklemmend-hässlichen Räumen einst Zeit-Strafen verhängt wurden und das selbst lange auf eine neue Verwendung warten musste. Genauso wie etwa die verwahrlosten Innereien heruntergekommener Gebäude, die ein fotografisch-archivalisches Projekt aus der südenglischen Partnerstadt Turnbridge Wells während der Festivaltage an diesem Ort zeigte. An dieser Stelle ist Iris Kaczmarczyk zu würdigen, die vom Anfang bis 2013 mit verantwortlich war, bei den Fototagen mitarbeitete und bis heute für die Grafik zuständig ist.


Heimat X (9/2015)
Mit den 9. Fototagen kam es zu einer deutlichen Reduktion der Ausstellungsorte; dies lag durchaus im Sinne der Veranstalter. Zu viele Fotografen und Ausstellungsorte machten den Kontakt und einen persönlichen Austausch mit den oft von weither angereisten Fotografinnen
und Fotografen nahezu unmöglich. Umgekehrt muss Masse nicht gleichbedeutend sein mit künstlerischer Klasse, durch die Reduzierung sollte die Qualität der gezeigten Arbeiten erhöht werden.
Die fotografischen Beiträge zum Thema zeigen, dass Heimat heute subjektiv, über den jeweiligen Lebensentwurf definiert wird; das X steht dabei für alles was über den kollektiven Begriff von Familie und
Geburtsort hinausgeht.
Die mittlerweile bekannte Fotokünstlerin Loredana Nemes präsentierte zwei Serien zum Thema an
verschiedenen Ausstellungsorten. Durch eine Erhöhung des Preisgeldes der SV-Sparkassen-Versicherung
konnte der Publikumspreis um einen Preis der Jury ergänzt werden.
Neu auch in diesem Jahr die Zusammensetzung der Jury; erstmals konnte der Bild Chefredakteur der
Zeitschrift „Stern“, Andreas Trampe, für dieses Gremium gewonnen werden. Er gehört seither dem Juryteam
an.


Insight (10/2017)
Nun feiern die Macher die 10. Wiesbadener Fototage. Mit dem für diesen Anlass gewählten Thema „Insight“
schließt sich ein Kreis - geht es doch um die Grundidee der Fototage: dem Herstellen eines Dialogs
zwischen Fotokünstlern und Publikum. So schreibt Alexander Glück: „Dieses gemeinsame Eröffnen und
gewinnen von Einblicken ist ein zutiefst kommunikativer Vorgang, im Grund eine Form stiller Zwiesprache
und als solche eigentlich der Kern dessen, was mit den Wiesbadener Fototagen seit ihrer Entstehung
beabsichtigt war: Künstler und Publikum miteinander in den Dialog treten zu lassen.“

Ausblick
Reinhard Berg und Frank Deubel, die das Festival inzwischen gemeinsam in enger und erfolgreicher
Zusammenarbeit leiten, geben einen Ausblick auf die Zukunft der Wiesbadener Fototage. Mit der
diesjährigen Ausstellung werden die Wiesbadener Fototage erstmals auch vom Kulturfonds Rhein-Main
gefördert. Von 2019 an werden sie durch die Eingliederung in eine Fotofestival-Triennale mit Darmstadt
und Frankfurt in eine wiederum neue Phase eintreten. Ab dann wird abwechselnd, beginnend in
Wiesbaden, in jedem Jahr an den genannten Orten ein Fotofestival stattfinden.


Text: Michael Grus und Frank Deubel