Die Wiesbadener Fototage bekommen den Kulturpreis der Stadt Wiesbaden 2019


"Grenzgang Fotokunst" war das Motto der Wiesbadener Fototage, die vom 17. August bis 1. September bei freiem Eintritt dazu einluden, zeitgenössische Fotografie zu entdecken.

 

Die 11. Wiesbadener Fototage machten dies nun selbst zum Thema wobei Finnland in diesem Jahr mit

12 vielschichtigen fotografischen Positionen den diesjährigen Länderschwerpunkt bildeten.

Einen weiteren Schwerpunkt stellten die Fotoarbeiten von blinden Fotografen dar.

Zu insgesamt 5 verschiedenen Ausstellungsorten wurde das Publikum eingeladen, die jeweiligen

Grenzgänge von 57 Fotografen_innen zu entdecken.


Preisträger der Fototage 2019 von der SV SparkassenVersicherung

links nach rechts: Benita Suchodrev, Silja Korn und Karsten Hein
links nach rechts: Benita Suchodrev, Silja Korn und Karsten Hein

Publikumspreis

Benita Suchodrev

"48 Hours Blackpool"

 

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher der diesjährigen Wiesbadener Fototage mit dem Titel „Grenzgang Fotokunst“ haben ihre Stimme mehrheitlich der Schwarz-Weiß-Serie „48 Hours Blackpool“ der in Berlin lebenden Fotografin Benita Suchodrev gegeben.

"Intuitiv, waghalsig, und ohne zu zögern, fängt sie stets den entscheidenden Augenblick ihrer Begegnungen im sommerlichen Blackpool ein. Die kontrastreichen Schwarz-Weiß-Fotografien sind intensiv, doch ohne Sensationslust. Suchodrevs Fotoarbeiten sind eine Gesellschaftsstudie voller Authentizität und Poesie; eine zeitgenössische und zugleich zeitlose Entdeckungsreise durch Bingo-Salons, Hot-Dog-Stände und Burlesque-Theater, wo skurrile Typen, Mamas und Papas, Kinder und Möwen spielen gehen."

 

 

Jurypreis

 „Fotostudio für Blinde Fotografen“

Susanne Emmermann, Mary Hartwig, Silja Korn und Gerald Pirner

 

Vier erblindete Fotografen*innen - Susanne Emmermann, Mary Hartwig, Silja Korn und Gerald Pirner - haben zusammen mit Karsten Hein im Juni 2018 ein gemeinsames Fotoatelier in Berlin gegründet. Betitelt wurde es als ein Ort für Visionen. Auf Ihrer Facebook-Seite steht dazu: „Jeder Fotograf braucht eine innere Vision von dem Bild, das er machen möchte. Blinde Fotografen kultivieren diese innere Vision und realisieren sie mit einem Apparat, der mehr umfasst als die Kamera selbst. “

Deutlicher kann ein „Grenzgang der Fotokunst“ nicht vor Augen geführt werden, als etwas zu präsentieren, dass von den Akteuren selbst nicht gesehen werden kann. Alle vier Fotografen*innen schaffen intime und lautlose Bilder, indem sie die Technik des sog. „Lightpaintings“ nutzen und so das Charakteristikum ihrer Arbeiten schaffen, nämlich das Licht als ein besonderes Fluidum, als eine Aura oder eben eine innere Vision zu veranschaulichen.

Insofern geht der Jurypreis an die Gruppe des „Fotostudios für Blinde Fotografen“ für ein zukunftsweisendes und herausragendes Fotoprojekt von hoher sowie gleichartiger Qualität.


Ab 2019 werden die Wiesbadener Fototage durch die Eingliederung in eine Foto-Triennale 

im Rhein-Main-Gebiet in eine neue Phase eintreten. Gemeinsam mit Frankfurt (RAY)

und Darmstadt  (Darmstädter Tage der Fotografie) wird abwechselnd jedes Jahr ein Fotofestival stattfinden.

Die Weiterentwicklung der Fototage wird vom Kulturamt der Stadt Wiesbaden und dem

RheinMain Kulturfonds als wichtigste Partner begleitet und finanziell gefördert.

 


Impressionen Austellungsorte